Die Zukunft der Interventionellen Radiologen ist die „Interdiziplinarität“
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine der zentralen Herausforderungen der Interventionellen Radiologie. So wird in Hybrid-Räume künftig verstärkt interdisziplinär zusammengearbeitet werden, spezialisierte Gefäßzentren werden entstehen und eigene Systeme des Qualitätsmanagements auf den Weg gebracht werden. Die „Zukunft der Interventionellen Radiologie“ war ein zentrales Thema beim diesjährigen Röntgenkongress.
Prof. Dr. Walter Gross-Fengels
Prof. Dierk Vorwerk,
Um die Zusammenarbeit ging es im Beitrag von Prof. Dr. Dierk Vorwerk. Er formulierte konkrete strategische Handlungsschritte für Radiologen, die mit Gefäßchirurgen, Kardiologen oder Angiologen zusammenarbeiten. Zentral sei dabei, dass den Patienten das gesamte Spektrum therapeutischer Möglichkeiten vermittelt werde. Vorwerk betonte vor allem die spezielle Expertise sowie die teamorientierte Haltung der Interventionellen Radiologen: „Wir sehen in der Vielfalt der zusammenarbeitenden Disziplinen als Gewinn an.“ Und er warnte vor so genannten „In-Sich-Geschäften“, bei der Beratung, Diagnostik und Eingriff in einer Hand liegen: „Das macht die Medizin teurer und die Leistungen weniger transparent. Die Interventionellen Radiologen verhindern mit ihrer Arbeit diese In-Sich-Geschäfte.“ Vorwerk nannte als Beispiel ein Gefäßzentrum und listete konkret auf, auf was bei der Kooperation zu achten ist, etwa auf die Ausformulierung in der Geschäftsordnung, auf die genaue Beschreibung der Zuständigkeit, auf regelmäßige Konferenz und auch darauf, dass Entscheidungen vornehmlich im Konsens getroffen werden sollten. All das, das machte Professor Vorwerk klar, sind Fragen, die in der Gestaltungskraft des Einzelnen liegen: „Das müssen Sie vor Ort mit ihren Kollegen regeln!“ Eine hilfreiche Orientierung bietet die Arbeit der Fachgesellschaften, die existierende Modelle zu zertifizierten Gefässzentren weiterentwickelt haben.
Fehler im System erkennen und beheben
Prof. Dr. Jens Ricke vom Universitätsklinikum Magdeburg ermunterte seine Kollegen, sich verstärkt der Qualitätssicherung und Dokumentation zu widmen. Zwar sei das Ergebnis einer Leistung zentral, dennoch bestimmten auch die Struktur, etwa die Qualifizierung des Personals, sowie die Prozesse, etwa die betrieblichen Abläufe, entscheidend über die Qualität. Ricke verglich das Handeln in der Medizin mit der Tätigkeit von Piloten und entwickelte daraus mehrere Empfehlungen: Fehler im System müssen erkannt und behoben werden. Das aber setze einen offenen und vertrauensvollen Umgang mit Fehlern voraus. Des Weiteren sei es sinnvoll, die Abläufe in einzelne Prozeduren zu zerlegen und diese einer Qualitätsprüfung zu unterziehen. Zentrale Instrumente des Qualitätsmanagement sind eine intensive Kommunikation, transparentes Fehlermanagement sowie die ausführliche Dokumentation der Prozeduren, um auch diskrete Abweichungen der Ergebnisqualität bemerken und analysieren zu können.
Autorin: Susanne Werner
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