01.06.2011

Der Modalitäten-Mix machts

Brustkrebsfrüherkennung bei Risikopatientinnen

Der Einsatz der Mammographie zur Brustkrebsfrüherkennung im Rahmen des nationalen Screening-Programms bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ist bis auf Weiteres unumstritten. Wie steht es jedoch um die Frauen, die ein genetisch bedingtes hohes Brustkrebsrisiko haben? Für diese Frauen gelten nicht nur bei der Kontrollroutine, sondern auch beim Einsatz der Modalitäten andere Regeln, wie Prof. Dr. Ulrich Bick, Radiologe an der Berliner Charité auf der Eröffnungs-Pressekonferenz des diesjährigen DRKs berichtete.

article imageProf. Ulrich Bick, Radiologe an der Charité

Hochrisikopatientinnen sind solche Frauen, deren Brustkrebsrisiko zum Beispiel aufgrund von BRCA 1 oder BRCA 2 Mutationen, bei über 30 Prozent liegt. Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind auf solche genetischen Veränderungen zurückzuführen. Neben dem hohen Risiko und dem frühen Ausbruchsalter der Krankheit, kommt für diese Frauen noch ein weiterer, erschwerender Faktor hinzu: Der genetisch bedingte Krebs wächst häufig schneller und aggressiver, weshalb eine intensivierte Früherkennung ab dem 25. Lebensjahr notwendig ist. „Eine solche intensivierte Früherkennung findet in Deutschland derzeit in zwölf Zentren des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs statt. Sie umfasst eine halbjährliche Brustsonografie, ab dem 30. Lebensjahr können die Frauen zudem eine Mammographie in Anspruch nehmen“, so Prof. Bick, der darüber hinaus der MRT eine große Bedeutung beimisst, denn „bestimmte, aggressive Tumorformen sind gerade bei jungen Frauen mit dichtem Drüsengewebe in der Mammographie schlecht erkennbar.“

Darum ist eine jährliche MRT-Untersuchung ab dem 30. Lebensjahr ebenfall Teil des intensivierten Vorsorgeprogramms. Bick: „Die MRT ist das Verfahren mit der mit Abstand höchsten Sensitivität (95 Prozent), sie ermöglicht die Detektion kleinster Veränderungen der Brust – und zwar ab einer Größe von fünf Millimetern.“ Das Problem der hohen falsch positiv Rate, die die MRT nach sich zieht, ist bei Hochrisiko-Frauen weniger drastisch und die Rate durchaus akzeptabel.
Einen Trend hin zur eingleisigen Untersuchung mittels MRT sieht Bick jedoch nicht. Denn es ist gerade der Mix der Modalitäten Ultraschall, Mammographie und MRT, der eine bestmögliche Diagnostik bei genetisch bedingtem, hohem Brustkrebsrisiko sichert.
 


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